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| YOUNG FILMLOVERS |
Zoë empfiehlt folgende Filme speziell für Jugendliche |
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In unserem Forum ‚Young Filmlovers’ schreiben junge Filmfans über ihre Arthouse-Lieblingsfilme. Den Anfang macht Zoë Genhart (20), die an dieser Stelle regelmässig Filme aus unserem Programm aussucht und bespricht.
Vielleicht bekommst du auch Lust, anderen jungen Filmfans einen Film aus dem Arthouse Programm zu empfehlen? Melde dich bei der Arthouse Verwaltung.
Weitere Informationen, die für junge Filmlovers besonders interessant sind, findest du unter Schulen.
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REGIE: Christian Zübert
CAST: Elmar Wepper
Mercan-Fatima Türköglu
Ivan Anderson
Özay Fecht
Bernd Regenauer
Stefan Kügel
PRODUZENT: Dieter Ulrich Aselmann
Robert Marciniak
SCRIPT: Christian Zübert
Ipek Zübert
Christian Zübert
KAMERA: Jana Marsik
SCHNITT: Mona Bräuer
TON: Rainer Plabst
MUSIK: Annette Focks
AUSSTATTUNG: Johannes Sternagel
KOSTÜME: Katharina Ost
VERLEIH: Stamm Film AG stammfilm.ch
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DREIVIERTELMOND
Ein Film von Christian Zübert
Weil sie arbeitsbedingt verreisen muss, bringt Gülen ihre Tochter aus der Türkei für ein paar Wochen zu ihrer Grossmutter nach Nürnberg. Kaum allein mit ihrer Enkelin bricht die Grossmutter beim Beten zusammen und landet im Spital. Dort vergisst man im Trubel der Ereignisse die Enkelin der komatösen Patientin im Wartezimmer. Dass genau nun Taxifahrer Hartmut, welcher Hayat und deren Mutter am Vortag vom Flughafen zur Oma chauffierte, in ebendiesem Krankenhaus vorbeikommt, ist purer Zufall. Dass er, der mit kleinen Kindern eigentlich gar nicht viel anzufangen weiss, sich fortan um Hayat kümmert, ist dann aber allein der Verdienst des kleinen Mädchens. Kurzerhand setzt sie sich in sein Taxi und ist auf keine Art und Weise mehr zum Aussteigen zu bewegen. Vorerst mürrisch und ungehalten, wie es seine Art ist, nimmt sich Hartmut der Kleinen an. Doch bald schon entwickelt sich zwischen dem Mann, der erst gerade von seiner Frau verlassen selber in einer Krise steckt, und dem hilflosen Mädchen eine heitere Zweckgemeinschaft, die beiden gut tut.
Christian Zübert behandelt in seinem Film DREIVIERTELMOND auf sehr schöne und leichte Weise die Probleme und Vorurteile, welche bei einem Zusammentreffen verschiedener Kulturen entstehen können. Gleichwohl zeigt er aber auch, dass genau jene Vorurteile abgelegt werden können, und dass man in manchen Fällen von der Unbekümmertheit der Kinder am meisten lernen kann. Solch eine Geschichte kann nicht erzählt werden, ohne zwischendurch auch komisch zu sein. Sei es, dass Hartmut, in der Absicht dem Auto des neuen Freundes seiner Frau einen Kratzer zu verpassen, dieses gleich in den Strassengraben schubst, oder Hayat den "lieben Onkel" Hartmut in ihrer sprachlichen Unkenntnis fröhlich mit "Nazi" anspricht: Es wirkt erfrischend lustig. Überhaupt ist die Unverdrossenheit, mit welcher die türkisch sprechende Hayat (Mercan Türkoglu) deutsch radebricht, herzallerliebst und diese Geschichte um den frustrieren Kerl, der in der Begegnung mit einem Kind die sonnigen Seiten des Lebens langsam wieder entdeckt, geht einem so richtig ans Herz.
Zoë Genhart
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| Dieser Film ist zur Zeit nicht (mehr) im Programm |
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REGIE: Gustavo Taretto
CAST: Pilar López de Ayala
Inés Efron
Carla Peterson
Rafael Ferro
Javier Drolas
Adrián Navarro
Romina Paula
PRODUZENT: Natacha Cervi
Hernán Musaluppi
SCRIPT: Gustavo Taretto
KAMERA: Leandro Martínez
SCHNITT: Pablo Mari
Rosario Suárez
TON: Catriel Vildosola
MUSIK: Gabriel Chwojnik
AUSSTATTUNG: Romeo Fasce
Luciana Quartaruolo
KOSTÜME: Flavia Gaitán
VERLEIH:
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MEDIANERAS
Ein Film von Gustavo Taretto
In vier, nach den Jahreszeiten benannten Kapiteln erzählt Gustavo Taretto in Medianeras über die Anonymität von Grossstädten. Seine beiden Hauptfiguren, Martín und Mariana, haben beide mit dieser Anonymität zu kämpfen. Martín ist ein Computerfreak, der mit tausend Neurosen kämpft, und hat, seit er von seiner Freundin verlassen wurde, die Wohnung praktisch nie mehr verlassen. Und wenn, dann nur mit seinem Rucksack, welchen er für alle (Not-)Fälle ausgerüstet hat. Nur wenige Meter entfernt, im Wohnblock gleich gegenüber, versucht Mariana ihr Leben, welches sich nach der Trennung von ihrem Freund in Kisten in ihrer neuen Wohnung stapelt, zu ordnen. Immer wieder mit der Möglichkeit eines Soziallebens konfrontiert, verhindern deren beider Phobien und Neurosen dieses aber gleich wieder. So irren und suchen beide weiter im endlos grossen Buenos Aires herum, genauso wie Mariana, die in Bilderrätselbuch "Wo ist Walter" nach Jahren immer noch nach Walter in der Grossstadt Ausschau hält. Wiedergespiegelt wird diese Suche in der Architektur von Buenos Aires, welcher viel Zeit in Medianeras gewidmet ist. In faszinierend schönen Bildern wird die Hässlichkeit oder die Schönheit der Hässlichkeit dieser Grossstadt gezeigt. Zugleich verwendet Gustavo Taretto auch immer wieder Animationssequenzen, welche visuell an "Wo ist Walter" angelehnt sind, um den Zufall, welcher Martín und Mariana immer wieder aneinander vorbeiirren lässt, zu zeigen. Zusammen mit den Schauspielern Javier Drolas und Pilar López de Ayala, welche grossartige Leistungen bringen, ist Gustavo Taretto ein zärtlicher Film gelungen, der die Anonymität von Grossstädten perfekt spiegelt und gleichwohl diese Anonymität so schön darstellt, dass die Einsamkeit fast vergessen geht.
Zoë Genhart
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REGIE: Aki Kaurismäki
CAST: André Wilms
Kati Outinen
Jean-Pierre Darroussin
Blondin Miguel
Elina Salo
Evelyne Didi
PRODUZENT: Aki Kaurismäki
SCRIPT: Aki Kaurismäki
KAMERA: Timo Salminen
SCHNITT: Timo Linnasalo
TON: Tero Malmberg
AUSSTATTUNG: Wouter Zoon
KOSTÜME: Frédéric Cambier
VERLEIH:
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LE HAVRE
Ein Film von Aki Kaurismäki
Wenn überall von Flüchtlingspolitik und Ausschaffungsgefängnissen geredet wird, so lässt das auch das Kino nicht kalt. Vom Regisseur selbst als unrealistisch bezeichnet, ist Aki Kaurismäkis LE HAVRE ein ungemein berührender Beitrag zu dieser topaktuellen Problematik.
Der Lebenskünstler Marcel Marx (André Wilms) führt mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen) und dem Hund Laïka in der Hafenstadt Le Havre das beschauliche Leben eines Schuhputzers. Bis zu dem Tag, als Arletty unverhofft zusammenbricht und im Spital landet und Marcel dem afrikanischen Flüchtlingsjungen Idrissa über den Weg läuft. Idrissa wird gesucht. Statt diesen zu verraten, nimmt sich Marcel des Jungen an und versteckt ihn vor der Polizei, vor allem vor Kommissar Monet. Gemeinsam mit seinen hilfsbereiten Nachbarn setzt Marcel alles daran, Idrissa den Weg an sein eigentliches Ziel, dem über dem Ärmelkanal liegenden England wo sich seine Verwandten befinden, zu ermöglichen.
LE HAVRE ist genauso genial simpel, wie der Name der titelgebenden französischen Hafenstadt in der er spielt. Der Film überzeugt mit grossartig komischen Szenen und einer beglückenden Märchenhaftigkeit. André Wilms in der Rolle von Marcel ist in seiner liebenswürdigen Verschrobenheit nicht zu betrüben. Aki Kaurismäki schafft es mit leichter Hand und viel Humor ein sonst oft bedrückendes Thema in ein derart erheiterndes und menschliches Licht zu rücken, dass es uns unmöglich ist, nicht an das Gute im Menschen zu glauben - zumindest bis zu den nächsten Nachrichten.
Zoë Genhart
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| Dieser Film ist zur Zeit nicht (mehr) im Programm |
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REGIE: Pierre Salvadori
CAST: Audrey Tautou
Nathalie Baye
Sami Bouajila
SCRIPT: Benoît Graffin
Pierre Salvadori
KAMERA: Gilles Henry
SCHNITT: Isabelle Devinck
TON: Michel Casang
KOSTÜME: Virginie Montel
EFFEKTE: Cédric Fayolle
VERLEIH: Frenetic Films AG frenetic.ch
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DE VRAIS MENSONGES
Ein Film von Pierre Salvadori
Alles beginnt mit einem anonymen Liebesbrief, den die Coiffeur-Salon Besitzerin Emilie zugeschickt bekommt. Verfasst hat diesen Emilies Angestellter Jean, der dann per Zufall auch beobachtet, wie Emilie diesen Brief liest und in den Papierkorb wirft. Was Jean aber nicht mitbekommt ist, wie Emilie nach einem Treffen mit ihrer Mutter den Brief kurzerhand aus dem Müll fischt, abtippt und, wiederum anonym, an ihre Mutter weiter versendet. Diese nämlich lässt sich seit sie von ihrem Mann verlassen wurde total gehen und hat eine Aufheiterung dringend nötig. Tatsächlich erzielt der Brief die gewünschte Wirkung und Emilies Mutter erstrahlt in neuer Lebenslust. Doch bald kommt von ihrer Seite der Wunsch nach weiterer Bewunderung und Emilie sieht sich gezwungen ihr eigenes Schreibtalent unter Beweis zu stellen. Immer dichter strickt Emilie ihr Lügengeflecht und sieht sich innert kürzester Zeit mit der Tatsache konfrontiert, dass sie aus diesem Schlamassel ohne Jeans Hilfe so einfach nicht mehr rauskommt.
Wer wissen will, wie man sich selbst so richtig in eine missliche Lage bringt, der kann sich ein Beispiel an Emilie (eine Superrolle für Amélie-Darstellerin Audrey Tautou) nehmen. Sie macht aus falscher Selbstunterschätzung nun wirklich alles falsch, was man falsch machen kann; auch ihrem heimlichen Verehrer, Jean, gegenüber. Dennoch muss man sie einfach mögen. Und gleichzeitig wünscht man Jean, er möge doch eine Frau finden, die ihn wirklich verdient, was Emilie ganz und gar nicht tut. Aber was kann man anderes von jemandem erwarten, der wie Emilie eine hoch egozentrische Mutter hat?
Das ganze Liebeschaos spielt in der wunderschönen französischen Hafenstadt Sète in und um einen Coiffeur-Salon, für den ich, befände er sich in der Nähe, sofort den Friseur wechseln würde. Überhaupt verbreitet "De vrais mensonges" einen Charme, der einem garantiert mit guter Laune aus dem Kino kommen und bedenkenlos die nächste kleine Lüge verkünden lässt.
Zoë Genhart
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| Dieser Film ist zur Zeit nicht (mehr) im Programm |
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REGIE: Jean-Pierre Améris
CAST: Benoît Poelvoorde
Isabelle Carré
Lorella Cravotta
Lise Lamétrie
Swann Arlaud
Pierre Niney
Stéphan Wojtowicz
Jacques Boudet
PRODUZENT: Nathalie Gastaldo
Philippe Godeau
SCRIPT: Jean-Pierre Améris
Philippe Blasband
KAMERA: Gérard Simon
SCHNITT: Philippe Bourgueil
TON: Jean-Pierre Duret
MUSIK: Pierre Adenot
AUSSTATTUNG: Sylvie Olivé
KOSTÜME: Nathalie du Roscoat
EFFEKTE: Thibaut Couwenbergh
VERLEIH: Frenetic Films AG frenetic.ch
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LES ÉMOTIFS ANONYMES
Ein Film von Jean-Pierre Améris
Was die Anonymen Alkoholiker für den Alkoholabhängigen sind, sind die "émotifs anonymes" für Menschen, die unter Soziophobie leiden. Angélique (Isabelle Carré) und Jean-René (Benoît Poelvoorde) kennen beide diese Ängste und haben noch nicht gelernt, mit ihnen umzugehen. Letzterer ist Besitzer einer Schokoladen-Fabrik, die kurz vor dem Bankrott steht. Um diesen zu verhindern, soll ein fünfter Angestellter, ein Öffentlichkeitsbeauftragter, her: Angélique. Jene aber bewarb sich unter der Annahme, einen Job als Chocolatière zu bekommen und befindet sich nun in der misslichen Lage, dass sie den Irrtum eigentlich aufklären will, ihre Soziophobie dies aber nicht zulässt. Hilfe, um diese sozialen Ängste zu überwinden, sucht sie sich bei den "émotifs anonymes". Jean-René besucht derweilen immer wieder seinen Psychiater. Dieser stellt ihm immer wieder neue Aufgaben, die ihn an seine Grenzen bringen. Zum Beispiel jemanden in ein Restaurant einladen. Und wen gibt es dafür idealeres, als seine neue Angestellte, Angélique?
Ein für die Betroffenen sehr unangenehmes Thema führt erstaunlicherweise (im Kino?) immer wieder zu sehr lustigen Geschichten. Da macht auch Les émotifs anonymes keine Ausnahme. Dabei bleibt der Film aber stets sehr liebevoll, nur schon bei der Zeichnung der einzelnen Charaktere. Dazu kommt, dass die beiden Darsteller, Isabelle Carré und Benoît Poelvoorde, ihre Rollen richtig zu leben scheinen. Isabelle Carré als unbeholfene Angélique ist einfach nur liebenswürdig, und Benoît Poelvoordes Darstellung des soziophoben Chocolatiers, der sich seinen Ängsten zu stellen versucht, verursacht Lachkrämpfe. Und wenn sich jemand fragt, ob, und wenn, wie eine Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen, welche unter Soziophobie leiden, funktioniert, wird seine Antwort bestimmt in Jean-Pierre Améris' Les émotifs anonymes finden.
Zoë Genhart
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| Dieser Film ist zur Zeit nicht (mehr) im Programm |
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REGIE: Julie Bertucelli
CAST: Charlotte Gainsbourg
Marton Csokas
Christian Byers
Morgana Davies
Arthur Dignam
SCRIPT: Judy Pascoe
KAMERA: Nigel Bluck
SCHNITT: François Gédigier
TON: Olivier Goinard
Olivier Mauvezin
MUSIK: Grégoire Hetzel
AUSSTATTUNG: Steven Jones-Evans
KOSTÜME: Joanna Park
EFFEKTE: Felix Crawshaw
VERLEIH:
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The Tree
The Tree
Australische Filme bzw. Filme, die in Australien spielen, üben eine gewisse Faszination aus. Zumindest bei denjenigen unter uns, die noch nie ans andere Ende der Welt gereist sind. Eine Natur, die in einem Moment bezaubert, im nächsten Augenblick aber gleich schon bedrohlich ist. Davon bekommt man auch eine gute Portion in THE TREE von Julie Bertuccelli zu sehen.
Peter stirbt eines Tages unverhofft an einem Herzinfarkt. Er hinterlässt seine Frau Dawn (Charlotte Gainsbourg) und ihre vier gemeinsamen Kinder, die nun schutzlos dem eigennützigen Einfluss der Nachbarn ausgeliefert sind. Trotz deren demotivierenden Unterstützung rafft sich Dawn nach kurzer Zeit auf und nimmt zum ersten Mal in ihrem Leben einen Job an. Bald schon entwickelt sich zwischen ihr und ihrem Arbeitsgeber George mehr als nur Freundschaft. Derweilen will die achtjährige Tochter Simone, allerliebst gespielt von Morgana Davies, im riesigen Feigenbaum auf dem familieneigenen Grundstück die Wiederkehr ihres Vaters Seele sehen, ev. besser: erkennen. Von der Familie seit jeher geschätzt und gegen die Nachbarn verteidigt, erhält der Baum nun auch für die von ihrer Tochter ins Geheimnis eingeweihte Dawn eine neue Bedeutung. Was folgt, ist einerseits der Kampf um den Baum gegen die Nachbarn, die Natur und die Vernunft, und anderseits die Auseinandersetzung zwischen Dawn und ihrer auf George eifersüchtigen Tochter Simone...
Sehr schön zeigt Julie Bertuccellis Adaption von Judy Pascoes Roman Our Father who Art in the Tree, wie die verschiedenen Familienmitglieder mit dem Verlust des Vaters/Ehemanns umgehen. Wenn Dawn den monströsen und sperrigen Ast, der vom Feigenbaum abgefallen ist und ihr Schlafzimmer in ein Freiluftzimmer verwandelt hat, mehrere Tage über ihrem Bett liegen lässt, so kann dies einem genauso fremd sein wie Down Under. Doch genau diese Fremdartigkeit, diese Gleichgültigkeit gegenüber, vielleicht eher: Akzeptanz der Natur und des Lebens ist es, was so fasziniert an diesem Film. Fast wünscht man sich, das eigene Leben wäre genau so unbeschwert wie das besser: dieser Filmfamilie. Abgesehen natürlich vom Verlust des Vaters/Ehemannes. Oder zumindest wünscht man sich, man hätte doch als Kind einen genauso tollen Baum zum Spielen gehabt.
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| Dieser Film ist zur Zeit nicht (mehr) im Programm |
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REGIE: Xavier Dolan
CAST: Xavier Dolan
Niels Schneider
Monia Chokri
Anne Dorval
PRODUZENT: Xavier Dolan
Carole Mondello
Daniel Morin
SCRIPT: Xavier Dolan
KAMERA: Stéphanie Anne Weber Biron
TON: Sylvain Brassard
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Les Amours imaginaires
Ein Film von Xavier Dolan
Um als junge Filmliebende für andere junge Filmliebende einen Film zu besprechen, was gibt es da Besseres, als den Film eines jungen Regisseurs zu besprechen? Als grosser Fan seines Erstlingswerk, "J'ai tué ma mère", war mir klar, dass der zweite Spielfilm von Xavier Dolan besprochen werden muss: "Les amours imaginaires".
Wie man am Titel richtig erkennt, geht es in diesem Film um die Liebe. Natürlich um die komplizierte Liebe. Francis und Marie verlieren beide ihr Herz an den Schönling Nico. Während sich zwischen ihnen und Nico eine Freundschaft entwickelt versuchen sich die einst besten Freunde immer verbitterter gegenseitig auszustechen. Das Ganze spielt in Kanada und zieht folglich einen Akzent mit sich, dem man mit Schulfranzösisch überhaupt nicht bei zu kommen mag und sich ganz auf die Untertitel verlassen muss. Dafür bekommt man aber auch wunderschöne Landschaftsbilder geboten, und spätestens wenn sich Francis und Nico ringend im kanadischen Laub wälzen und dazu "Keep the Streets Empty for Me" von Fever Ray ertönt, verliebt man sich selber ein bisschen. In den Film.
Wer ein Blick auf die Credits wirft, wird bemerken, dass in fast der Hälfte aller aufgelisteten Posten der Name des jungen Regisseurs selber auftaucht: Xavier Dolan. So besetz er, wie schon in "J'ai tué ma mère", nebst den Rollen des Regisseurs, des Drehbuchautores, des Produzenten und weiss nicht wie vielem mehr auch noch eine der drei Hauptrollen. Jeder anderen Person würde man das übelnehmen und sie und den Film als eingebildet und selbstverliebt abstempeln. Wohl trifft diese Beschreibung auch in diesem Fall zu, doch Xavier Dolan verzeiht man dies gleich wieder, da er sein Handwerk (oder seine Handwerke) wirklich versteht. Und ausserdem wäre es doch schade, würde er nur hinter der Kamera sitzen und nicht auch überdimensional über die Leinwand schwirren: der Typ ist wirklich hübsch und charmant.
"Les amours imaginaires" kommt genauso jung rüber wie seine Schauspieler (die übrigens alle privat miteinander befreundet sind) und steht seinem Vorgänger "J'ai tué ma mère" in überhaupt nichts nach.
Zoë Genhart
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| Dieser Film ist zur Zeit nicht (mehr) im Programm |
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REGIE: Bent Hamer
CAST: Nina Andresen Borud
Trond Fausa Aurvaag
Arianit Berisha
Joachim Calmeyer
Levi Henriksen
Patrick Mölleken
PRODUZENT: Bent Hamer
SCRIPT: Bent Hamer
KAMERA: John Christian Rosenlund
SCHNITT: Pål Gengenbach
TON: Petter Fladeby
MUSIK: John Erik Kaada
EFFEKTE: Matthias Albrecht
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Home for Christmas
Hjem til jul
Dass es gegen Weihnacht zu geht, erkennt man auch am Kinoprogramm. Für einmal im Jahr taucht im Programm ein Filmgenre auf, das da sonst nicht anzutreffen ist: der Weihnachtsfilm. Dieses Jahr ist einer dieser Filme "Home for Christmas" von Bent Hamer. Anhand einer Hand voll Geschichten, die alle an einem tief verschneiten Heiligabend spielen, wird ein realitätsgetreueres Bild der Weihnachtszeit gezeigt, als man in manch anderem Film zu sehen kriegt. Da gibt es einerseits den frisch hinausgeworfenen Vater, dem die Ex-Frau den Besuch bei seinen Kindern verweigert. Es gibt den Obdachlosen, der mit einem Zettel, auf dem "Home for Christmas" steht, um Kleingeld für ein Zugticket bettelt. Ein halbwüchsiger Junge bleibt dem Familienfest fern, eine Frau hat Probleme mit ihrem verheirateten Geliebten. Und in einer Hütte im Wald wird einem Ehepaar auf der Flucht ein "Christkind" geboren. Tönt alles sehr kompliziert und vielschichtig. Doch alle Geschichten werden durch einen zarten Strang und kleine Überschneidungen zusammen gehalten. Auch spielen all diese Geschichten in Skogli einer kleinen Ortschaft in Norwegen. Da der Film in Skandinavien spielt, beschränkt sich die Finsternis an diesem einen Weihnachtstag nicht nur auf die Nacht. Dadurch fehlt einem als Zuschauer jegliches Zeitgefühl, was dem Film aber eine sehr faszinierende Wirkung verleiht. Auch sorgen diese nordischen Lichtumstände für das Naturspektakel, welches man ganz zum Schluss des Filmes gezeigt bekommt: Nordlichter.
Alles in allem ist "Home for Christmas" ein sehr berührender Film, der uns alternativ zu all den kitschigen Hollywoodstreifen bestätigt, dass Weihnachten nicht nur ein Fest der Freude ist. Wenn man sich einen Weihnachtsfilm ansehen soll, dann dieses Jahr sicher "Home For Christmas" von Bent Hamer.
Zoë Genhart
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REGIE: Sam Taylor Wood
CAST: Aaron Johnson
Kristin Scott Thomas
Thomas Sangster
Anne-Marie Duff
David Morrissey
PRODUZENT: Robert Bernstein
Kevin Loader
Douglas Rae
SCRIPT: Matt Greenhalgh
KAMERA: Seamus McGarvey
SCHNITT: Lisa Gunning
TON: Kevin Penney
Martin Trevis
MUSIK: Alison Goldfrapp
Will Gregory
AUSSTATTUNG: Alice Normington
EFFEKTE: Samantha Tracey
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Nowhere Boy
Ein Film von Sam Taylor Wood
Musikfilme sind super. Haben sie dazu noch mit den Beatles zu tun erst recht. Da ist auch Sam Taylor-Woods "Nowhere Boy" keine Ausnahme. Der Film behandelt die eher unbekannte Jugend John Lennons, und zeigt eine andere Seite des in den späteren Jahren eher ruhigen Friedenskämpfers. Die Geschichte beginnt vor der Entstehung der Beatles. Aufgewachsen bei seiner Tante und seinem Onkel sucht John Lennon nach dem Tod seines Onkels seine Mutter auf. Zwischen seiner Tante und seiner Mutter stehend entwickelt er seinen Musikgeschmack und die Beatles nehmen ihre ersten Formen an. Dem entsprechend ist der Soundtrack des Filmes gestaltet. Bis zum Schluss werden Beatles-Stücke nur angedeutet und der Schwerpunkt liegt auf der Musik, die Einfluss auf John Lennon, und so auch auf die Beatles, nahm. Dies hat aber keineswegs negative Auswirkungen auf den Film. Ganz im Gegenteil. Der Soundtrack unterstreicht, dass es sich nicht um ein Bandportrait handelt, sondern um das komplexe Drama der Familie, aus welcher der Begründer einer der berühmtesten Bands der Welt hervorging. Musiker brauchen, wie man weiss, Musikinstrumente (abgesehen von Sängern). So bekommt man in "Nowhere Boy" denn auch einige schöne Gitarren zu sehen. Und wenn dann Mimi, die Tante von John Lennon, seine erste Gitarre als Erziehungsmassnahme verkauft, würde man jegliche Racheaktion von John Lennon verstehen. Doch der Film hat nicht nur gute Musik und schöne Gitarren zu bieten, sondern auch eine hervorragende Besetzung. Jeglicher Hype um Aaron Johnson (im Film John Lennon) ist verständlich, nachdem man den Film gesehen hat. Auch Kristin Scott Thomas und Anne-Marie Duff nimmt man ihre Rollen als Schwestern mehr als nur ab; sie sind eindeutig einer der hervorragendsten Punkte des Filmes. Des Weiteren empfiehlt sich für alle, den Film in der Originalfassung anzusehen, auch wenn man kein Wort versteht. Der Liverpooler-Akzent ist es wert.
Zoë Genhart
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REGIE: Rainer Hoffmann
Anne Linsel
CAST: Pina Bausch
PRODUZENT: Gerd Haag
Anahita Nazemi
SCRIPT: Anne Linsel
KAMERA: Rainer Hoffmann
SCHNITT: Mike Schlömer
TON: Tim Dohnke
Thomas Keller
Tobias Linsel
Paul Oberle
VERLEIH:
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Tanzträume
Jugendliche tanzen "Kontakthof" von Pina Bausch
Ein Stück aus dem Jahr 1978, über 40 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren und das Ziel, in weniger als einem Jahr Premiere zu feiern: Dies war das Projekt, welches die am 30. Juni 2009 unerwartet verstorbene Pina Bausch 2008 in Wuppertal realisierte. Es war in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Pina Bausch hatte "Kontakthof" bis dahin verschiedentlich mit Profitänzern und erwachsenen Laien aufgeführt, noch nie aber mit Jugendlichen. Aber auch für die über 40 Jugendlichen bedeutete dieses Projekt Neuland. Die wenigsten von ihnen hatten zu Beginn der Proben Tanzerfahrung.
Der Film "Tanzträume" lässt uns teilhaben, an diesem einmaligen Projekt, und ist dabei sicherlich nicht nur für Tanzbegeisterte sehenswert. In vielen Szenen wird man sich selbst wieder erkennen. Denn jeder kennt die Schüchternheit, welche einen hindert das zu tun, wozu die Jugendlichen bei diesem Projekt immer wieder ermuntert wurden: Über die Scham hinwegzusehen und aus sich heraus zukommen. Dies gilt für jeden einzelnen dieser 40 Jugendlichen, die unterschiedlichster Herkunft sind und verschiedensten Szenen angehören. So sieht man vom schüchternen Mädchen bis zum sonst so "krassen" Hip Hopper alle im Ententanz durch den Raum tanzen. Rührend wird in "Tanzträume" auch gezeigt, wie die Jugendlichen sich zuerst unbeholfen gegenseitig in den Haaren herum wuscheln, um schlussendlich ihre Berührungsängste zu überwinden und sich auch in schwierigen Szenen wie professionelle Tänzer und Schauspieler zu verhalten. Immer wieder lässt der Film die Jugendlichen selbst zu Wort kommen und von ihren Liebeserfahrungen aber auch von kleineren und grösseren Verlusten des Lebens berichten.
Den Regisseuren Anne Linsel und Rainer Hoffmann sind mit "Tanzträume" zwei Sachen geglückt: Eine ehrwürdige Hommage an die bedeutende Tänzerin und Choreographin Pina Bausch und gleichzeitig ein spannender Einblick in die Psyche der heutigen Jugend.
Zoë Genhart
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